Erstkommunion 2022

Mottolied „Bei mir bist du groß“ (Text und Musik: Gabriel Isenberg 2021)
Gesungen vom Familienchor St. Viktor Damme:
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Die Geschichte von Jesus und Zachäus aus dem Lukasevangelium

Zachäus war ein Zöllner. Jeden Tag saß er im Zollhaus bei dem Stadttor und hielt die Leute an, die in die Stadt gingen. Sie mussten ihm Zoll zahlen. Sonst durften sie nicht in die Stadt hinein gehen. Zachäus verlangte viel Geld von ihnen, viel mehr als er verlangen durfte, und mehr als alle anderen Zöllner in der Stadt. Zachäus war der oberste Zöllner und der größte Gauner von allen.

An der Straße nach Jerusalem liegt die Stadt Jericho. Dort lebte ein reicher Mann namens Zachäus. Er wohnte in einem prächtigen Haus und hatte alles, was er sich wünschte. Aber niemand in der Stadt konnte Zachäus leiden. Niemand sprach mit ihm. Niemand grüßte ihn, wenn er über die Straße ging. Die Leute zeigten sogar mit dem Finger auf ihn: „Seht, da ist Zachäus! Er nimmt uns alles Weg.“

So hatte Zachäus mehr Geld als alle. Aber er hatte keinen Freund. Er hatte das schönste Haus in der Stadt. Aber er hatte keinen, der ihn dort besuchen wollte. Er war der reichste, aber auch der einsamsten Mensch in der ganzen Stadt.

Eines Tages saß Zachäus wieder in seinem Zollhaus. Viele Menschen waren an diesem Tag auf der Straße, viel mehr als sonst. Was ist heute nur los?, fragte sich Zachäus. Was suchen die Menschen alle auf der Straße? Und er lauschte angespannt, was sie einander zuriefen: „Hast du schon gehört? Jesus kommt in die Stadt. Gleich wird er da sein.“

Zachäus horchte auf. Jesus? Er hatte schon viel von Jesus gehört. Ob es stimmte, was andere Zöllner erzählt hatten, dass Jesus auch ein Freund der Zöllner ist? Zachäus musste es wissen, um jeden Preis. Er musste Jesus sehen, wenn er vorbeikam.

Schnell stand er auf und ging aus seinem Zollhaus hinaus auf die Straße. Aber dort war schon alles versperrt. Die Menschen standen am Wegesrand. Alle wollten Jesus sehen. Zachäus aber stand ganz hinten. Sehen konnte er nichts, auch wenn er sich auf die Zehenspitzen stellte. Die anderen vor ihm waren viel grösser als er. Was sollte er tun? Sollte er rufen: „Macht Platz! Lasst mich nach vorne! Ich will Jesus sehen!?“ Nein, die anderen hätten ihn nur ausgelacht.

Da hatte Zachäus einen Einfall. Ein Stück weiter stand ein Maulbeerbaum an der Straße. Schnell lief er dorthin, kletterte auf den Baum und versteckte sich zwischen den Ästen.

Da saß er nun in seinem feinen Gewand und wartete auf Jesus. Er achtete nicht auf die Leute, die auf ihn zeigten und über ihn lachten. Er sah nur auf die Straße, auf der Jesus kommen sollte.

Und wirklich, da kam er! Er ging geradewegs auf den Baum zu, auf dem Zachäus saß. Nun blieb er sogar stehen, genau unter dem Baum. Er schaute nach oben. Er zeigte auf Zachäus. Er rief seinen Namen: „Zachäus! Komm schnell herunter! Ich muss heute zu Gast sein in deinem Haus.“

Zachäus traute seinen Ohren nicht. Jesus wollte in sein Haus kommen? Jetzt sofort? Sogleich kletterte er vom Baum und führte Jesus zu seinem Haus. Weit öffnete er die Tür und ließ Jesus eintreten. Dann bat er ihn zu Tisch, setzte ihm köstliche Speisen vor und schenkte ihm edlen Wein ein. „Herr“, rief er voll Freude, „jetzt will ich nichts mehr für mich allein haben. Ich will von nun an alles mit den armen teilen. Und was ich anderen weggenommen habe, das will ich vierfach zurückgeben. Ich verspreche es dir.“

„Ja“, sagte Jesus, „alle sollen nun wissen, dass auch du zu Gott gehörst. Denn heute ist Heil in dein Haus gekommen.“

Aber draußen vor dem Haus standen viele Menschen. „Was?“, riefen sie empört. „Bei diesem Zöllner kehrt Jesus ein ? Weiß er denn nicht, wie schlecht Zachäus ist?“ Und sie ärgerten sich über Jesus, der so ganz anders war, als sie ihn haben wollten.

(nach Lukasevangelium Kapitel 19, Verse 1-10)

Bilder: von CCXpistiavos auf Pixabay